Du hast drei Wochen Almased-Shakes getrunken, die Waage hat sich bewegt – und jetzt, zwei Monate später, wiegst du mehr als vorher. Oder du stehst gerade am Anfang und fragst dich, ob dieses Produkt wirklich das hält, was die Packung verspricht. Beides sind berechtigte Ausgangspunkte für diesen Artikel.
Almased ist kein Mystikum, aber auch keine einfache Antwort auf komplexes Körpergewicht. Was es wirklich ist, wie es im Körper wirkt und wo seine Grenzen liegen – das schauen wir uns jetzt konkret an.
Was Almased eigentlich ist – und was nicht
Almased ist ein Pulver, das du mit Wasser, Milch oder Buttermilch anrührst und dann als Mahlzeit trinkst. Die Hauptzutaten sind Sojaprotein, Magermilchjoghurt und Honig. Der Hersteller bewirbt es als Diätprodukt, das den Blutzucker stabil halten soll.
Ein Shake nach Standardzubereitung (50 g Pulver mit 200 ml Magermilch) liefert je nach Herstellerangabe ca. 300–350 kcal, davon etwa 25–27 g Protein. Das ist ungefähr so viel Protein wie in 150 g magerem Quark – ein Lebensmittel, das deutlich billiger ist. Den Unterschied macht der Marketingkontext, nicht die Biochemie.

Warum du in den ersten zwei Wochen abnimmst – und warum das täuscht
In der ersten Phase empfiehlt der Hersteller, alle Mahlzeiten durch Shakes zu ersetzen. Das erzeugt ein Kaloriendefizit – nicht weil Almased etwas Besonderes tut, sondern weil du weniger Kalorien aufnimmst als zuvor. Genau das ist der Grund, warum die Waage sinkt.
Was viele nicht einkalkulieren: Bei einem deutlichen Kaloriendefizit verliert der Körper in den ersten Tagen primär Glykogen und das dazugehörige Wasser. Ein Gramm Glykogen bindet ca. 3–4 g Wasser (Energiemetabolismus-Grundlagen, kein spezifischer Studiennachweis nötig – das ist Biochemie-Lehrbuchwissen). Wer 1–2 kg in der ersten Woche verliert, verliert größtenteils genau das – nicht Fettgewebe.
Protein: der eine Mechanismus, der wirklich funktioniert
Der Grund, warum proteinreiche Diäten – und dazu zählt das Almased-Konzept prinzipiell – besser abschneiden als reine Kalorienreduktion, liegt in der Thermogenese und im Sättigungseffekt. Protein hat einen höheren thermischen Effekt als Kohlenhydrate oder Fett: Der Körper verbraucht beim Verdauen von Protein ca. 20–30 % der aufgenommenen Energie selbst, bei Kohlenhydraten sind es ca. 5–10 % (Westerterp, 2004, Int J Obes).
Außerdem schützt ausreichend Protein die Muskelmasse, wenn du im Kaloriendefizit bist. Muskeln sind stoffwechselaktiv – ein Kilogramm Muskel verbraucht im Ruhezustand schätzungsweise 13 kcal pro Tag mehr als ein Kilogramm Fettgewebe (Elia, 1992, grobe Schätzung aus Kalorimetrie-Daten). Wer beim Abnehmen Muskeln mit verliert, trainiert den Körper langfristig darauf, mit weniger Kalorien auszukommen – und macht zukünftige Gewichtsstabilisierung schwerer.
Kann ich mit Almased auch ohne Sport abnehmen?
Ja, du nimmst durch das Kaloriendefizit ab – aber du verlierst dabei wahrscheinlich auch Muskelmasse, nicht nur Fett. Ohne Kraftreize (z. B. 2–3× pro Woche Krafttraining oder körperlich anspruchsvolle Alltagsbelastung) signalisiert der Körper keinen Bedarf, Muskeln zu erhalten. Das Ergebnis: Du wiegst weniger, aber dein Körperanteil an Muskeln sinkt mit – was den Energiebedarf senkt und Gewichtszunahme nach der Diät wahrscheinlicher macht.
Die Almased-Phasen im Überblick – und wo die Logik bricht
Das offizielle Almased-Programm gliedert sich in drei Phasen: In Phase 1 (ca. 1–2 Wochen) ersetzt du alle Mahlzeiten durch Shakes. In Phase 2 (variabel) behältst du morgens und abends einen Shake, isst mittags eine normale Mahlzeit. In Phase 3 ersetzt du nur noch eine Mahlzeit täglich – bis zur angestrebten Gewichtsstabilisierung.
Die Logik dahinter ist strukturell nachvollziehbar: Du reduzierst die Kalorienzufuhr, hältst die Proteinzufuhr hoch und lernst – zumindest in Phase 2 – wieder, eine vollwertige Mahlzeit zu essen. Das Problem: Phase 1 lehrt nichts über Essen. Du ersetzt Entscheidungen durch ein Produkt. Wer in Phase 1 nicht parallel lernt, wie eine sättigende, proteinreiche Mahlzeit aufgebaut ist, startet in Phase 2 ohne mehr Wissen als vorher.

Was Studien zu Almased zeigen – und wie du sie einordnen solltest
Es gibt Studien zu Almased, und das ist relevant. Eine häufig zitierte Untersuchung ist die von Röhling et al. (2016, Journal of Diabetes Science and Technology), die bei übergewichtigen Personen nach 24 Wochen signifikante Reduktionen von Körperfett, Taillenumfang und Blutzuckerwerten zeigte. Die Studie hatte jedoch eine kleine Stichprobe (n=22) und keine echte Kontrollgruppe, die stattdessen kaloriengleich mit normaler Kost versorgt wurde. Das macht einen Rückschluss auf den spezifischen Nutzen von Almased gegenüber jeder anderen proteinreichen Diät unmöglich.
Was die Studien zeigen: Mahlzeitenersatz mit hohem Proteingehalt kann kurzfristig effektiv sein. Was sie nicht zeigen: dass Almased mehr bewirkt als ein vergleichbares, selbst zusammengestelltes Proteinprogramm. Die Wirkung kommt aus dem Prinzip, nicht aus dem Produkt.
Wer von Almased profitieren kann – und wer vorsichtig sein sollte
Menschen, die morgens keine Zeit oder keine Motivation zum Kochen haben und nach einer schnellen, strukturierten Lösung suchen, können Almased als praktisches Werkzeug nutzen – wenn sie verstehen, was es leistet und was nicht. Ein Shake ersetzt nicht das Lernen, wie Essen funktioniert.
Wer hingegen Nierenerkrankungen hat oder Medikamente einnimmt, die mit Soja oder Honig wechselwirken (z. B. MAO-Hemmer und Tyramin-haltige Lebensmittel), sollte vor der Anwendung ärztlich abklären, ob Almased geeignet ist. Gleiches gilt für Menschen mit einer Vorgeschichte von Essstörungen: Ein Programm, das Essen durch ein Produkt ersetzt und täglich mit Regeln strukturiert, kann restriktive Muster verstärken. Hier bitte professionelle Unterstützung suchen, bevor du beginnst.
Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten beachten: Sojaprotein kann in größeren Mengen die Aufnahme von Schilddrüsenmedikamenten beeinflussen (z. B. L-Thyroxin). Hier ist ärztliche Rücksprache zwingend, keine Option.
Der Jo-Jo-Effekt: warum er bei Almased häufig, aber nicht unvermeidlich ist
Der Jo-Jo-Effekt nach Almased entsteht nicht, weil Almased „böse“ ist. Er entsteht, weil viele Menschen Phase 3 nie wirklich etablieren – oder weil sie nach dem Programm in alte Muster zurückfallen, ohne neue gelernt zu haben.
Wer drei Wochen lang alle Mahlzeiten durch Shakes ersetzt hat, hat in dieser Zeit keine einzige Entscheidung über echtes Essen getroffen. Der Körper hat sich kalorisch angepasst – der Grundumsatz sinkt bei längeren, deutlichen Defiziten (Leibel et al., 1995, NEJM, zeigte anhaltende Stoffwechselanpassungen nach Gewichtsverlust). Kommt dann normales Essen zurück, oft mit denselben Portionsgrößen wie vorher, entsteht wieder ein Überschuss – und das Gewicht steigt.

Was du brauchst, damit Almased langfristig etwas bringt
Almased kann ein Einstieg sein – aber nur, wenn du parallel drei Dinge aufbaust:
- Mahlzeitenstruktur lernen: Übe spätestens in Phase 2 täglich, eine Mahlzeit mit ca. 25–30 g Protein, reichlich Gemüse und einer moderaten Kohlenhydratportion aufzubauen – zum Beispiel 150 g Hühnerbrust, 300 g Gemüse, 150 g gekochte Kartoffeln.
- Körperbewegung einbauen: Mindestens 2–3× pro Woche Krafttraining oder eine belastende Alltagsaktivität (z. B. 45 Minuten zügiges Gehen täglich), um Muskelmasse während des Defizits zu schützen.
- Exit-Strategie planen: Entscheide vor dem Start, was nach Phase 3 kommt. Welche Mahlzeiten ersetzen dann den letzten Shake? Wer das nicht plant, stolpert in die Lücke zurück.
Almased ist ein Werkzeug mit begrenztem Einsatzbereich – wie ein Gips, der beim Heilen hilft, aber nicht das Laufen lernt. Das Laufen musst du selbst üben.

Ich habe vor kurzem mit der Layenberger Diät angefangen und bin bisher wirklich zufrieden. Der Geschmack der Shakes ist besser als erwartet, besonders die Sorte Schoko-Nuss finde ich richtig lecker. Was mir besonders gut gefällt, ist die Einfachheit der Anwendung. Die Shakes sind schnell zubereitet und lassen sich gut in meinen Alltag integrieren, vor allem wenn es mal stressig wird. Obwohl die Shakes nicht immer so satt machen, wie ich es mir wünschen würde, hilft es mir, wenn ich sie mit viel Wasser zubereite oder zwischendurch etwas Gemüse esse. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze in den nächsten Wochen entwickelt, aber bisher sehe ich erste positive Ergebnisse auf der Waage. Der Austausch hier im Forum motiviert mich, weiter durchzuhalten und mein Ziel zu erreichen!
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